Kleingartenhilfe

ehem. BLW-Gartenfachberaterseite

Archive for Januar, 2012

Dichtigkeitsprüfung

Jan-17-2012 By Dobberke

Wer eine Abwasseranlage betreibt ist nach §61(2) des Berliner Wasserhaushaltsgesetzes verpflichtet, ihren Zustand, ihre Funktionsfähigkeit, ihre Unterhaltung und ihren Betrieb, sowie Art und Menge des Abwassers und der Abwasserinhaltsstoffe selbst zu überwachen.

Bei alten Abwassersammelgruben empiehlt sich eine Sanierung durch einen zertifizierten Fachbetrieb. Um die Notwendigkeit dieser teuren Sanierung feststellen zu können, sollte das Absinken der Füllmenge über einen bestimmten Zeitraum überprüft werden oder eine sogenannte Dichtigkeitsprüfung durch einen zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden.

Vor der Prüfung sollte die Grube abgepumpt und wieder mit Frischwasser bis zur Oberkante des Zulaufrohres aufgefüllt werden.

Ein Sensor übermittelt im Messzeitraum von einer halben Stunde das Absinken des Wasserspiegels an das Prüfprogramm.

Innerhalb dieser Zeit darf, z.B. bei einer Betongrube von 3m³ Größe, der Wasserstand nicht mehr als 5 mm absinken. Das Messergebnis wird in Form eines ausgedruckten Protokolls dokumentiert, das auf Verlangen der zuständigen Behörde (außerhalb der Wasserschutzzonen das jeweilige Bezirksamt) vorzulegen ist.

Steinobstseminar

Jan-16-2012 By Dobberke

05.Juli 2011Steinobstseminar in Müncheberg

Dr. Hilmar Schwärzel, Leiter der Obstbau-Versuchsstation des LELF, führte die Teilnehmer durch die Plantage.

Besonders beeindruckend: Kirschen der Sorte Kordia und das, im Gegensatz zu Ihrer Größe, überraschend geringe Alter der Bäume. Eine der Ursachen für das üppige Wachstum ist die Mykorrhiza, die Lebensgemeinschaft zwischen Pilzen und dem Feinwurzelsystem der Bäume. Die Mykorrhizapilze besitzen die Fähigkeit, Nährstoffe direkt an die Wurzeln zu liefern. Als Mulchmaterial wird in der Versuchsanlage Kiefernschredder verwendet, der ideale Nährboden für die Bildung der Mykorrhizapilze. Dadurch wird  auch eine optimale Klimatisierung des Wurzelbereichs erreicht. Zusätzlich verhindert dass Schreddermaterial unter den Bäumen den Bewuchs durch Gräser und Unkräuter, die wegen des geringen Niederschlags in unserer Region, eine Nährstoff- und Wasserkonkurrenz bedeuten würden.  Angesprochen wurde auch die Düngeversorgung der Bäume durch Kali-Magnesium ( wichtig auch für die Winterfrosthärte) und Bor, einem  wichtigen Spurenelement, das am Transport von Stärke und Zucker in den Zellen beteiligt ist und die Widerstandsfähigkeit der Wurzeln erhöht.

Veredlungsseminar

Jan-13-2012 By Dobberke

 

26.Februar 2011
Das Seminar in Müncheberg von Dr. Hilmar Schwärzel wird immer von 150 bis 200 Interessierten aus ganz Brandenburg und anderen Bundesländern besucht. Im Anschluss können Obstunterlagen und Reiser verschiedener Obstsorten erworben werden.

 

Dr. Hilmar Schwärzel spricht über die Voraussetzungen und den Ablauf einer Umveredlung bei Obstgehölzen.

Demonstration eines Veredlungsverfahrens an einer Apfelunterlage.

Kohlhasenbrück

Jan-13-2012 By Dobberke

 

Februar 2011 – Unterbezirk 006 – Kohlhasenbrück
Besichtigung von zu fällenden Bäumen (erhöhter Totholzanteil und windanfällige Kronen).

 

                     

siehe Baumschutzverordnung

Pflanzenschutzmittel (PSM)

Jan-13-2012 By Dobberke


Es ist normal, dass Kulturpflanzen von Schadorganismen (Insekten, Pilzen, Bakterien und Viren) befallen werden und in Konkurrenz mit Unkräutern um Nährstoffe, Licht und Wasser leben. Wenn die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) bei starker Schädigung nötig sein sollte, um einen Totalausfall von Ernten oder die zu starke Beeinträchtigung der Qualität zu verhindern, sieht das Pflanzenschutzgesetz vor, diese Mittel nur nach „guter fachlicher Praxis“ einzusetzen. Das bedeutet, die Verwendung von PSM auf das notwendige Maß zu beschränken und die Mittel so auszuwählen, die für die jeweilige Situation, Standort und Kultur am geeignetsten sind. Es ist auf funktionstüchtige Geräte zu achten und Restmengen sollten fachgerecht entsorgt werden.

Folgende Vorschriften sind zu beachten, Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit behandelt und können mit Bußgeldern geahndet werden:

Es dürfen nur zugelassene PSM verwendet werden

PSM dürfen nur angewandt werden, wenn sie mit der Angabe „Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich zulässig“ gekennzeichnet sind

Die Anwendung darf nur für die ausgewiesenen Pflanzenarten, Schaderreger oder die spezielle Zweckbestimmung erfolgen

Im Freiland dürfen die Mittel nur auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen angewendet werden. Auf allen übrigen Flächen (u.a. Straßen-, Wegrändern, Stellplätzen oder im Gewässerbereich) ist die Anwendung nur über eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde erlaubt.

Die Auflagen für die Pflanzenart und den Schaderreger, die Anwendungshäufigkeit und den Anwendungszeitpunkt, die Aufwandmenge, die Wartezeit, den Bienen- und Gewässerschutz sind genau einzuhalten.
Welche Pflanzenschutzmittel verwendet werden können erfährt der Kleingärtner durch das Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis Teil 7  (Haus- und Kleingartenbereich) des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Obstbaumhochstämme

Jan-13-2012 By Dobberke


Obstbaumhochstämme, Süßkirschen, Walnussbäume und Essigbäume dürfen nur mit Zustimmung des Verpächters gepflanzt werden (siehe Gartenordnung §2 – Bewirtschaftung).

Als Hochstamm bezeichnet man die Zuchtform der jungen Obstbäume, bei denen der Kronenansatz erst bei ca. 180 cm (früher 160 cm) beginnt. Endscheidend für die Wuchsstärke ist nicht die Stammlänge, sondern die Wurzelunterlage. Es ist allerdings üblich Hochstämme auf einer stark wachsenden Unterlage zu veredeln. Die Kronenausbildung ist trotzdem nicht größer als bei anderen Zuchtformen (z.B. Halbstamm ab 100-160 cm Kronenansatz). Bei älteren Bäumen ist oft die ursprüngliche Zuchtform, auch durch die sogenannte Selbstaufastung (durch Selbstbeschattung sterben die untersten Äste nach und nach ab), nicht mehr erkennbar.

Die Anpflanzung ist nicht verboten, wird aber nur unter bestimmten Bedingungen vom Verpächter zugelassen. Dabei ist die Größe und Lage des Gartens wichtig. Im Schatten eines mit Waldbäumen bestandenen Bahndammes, in einiger Entfernung zur nächsten Parzelle, wird man eher einen Hochstamm genehmigen, als innerhalb einer kleinteiligen Kolonie.

„Verbotene“ Pflanzen

Jan-13-2012 By Dobberke


In unserer derzeit gültigen Gartenordnung wird unter §2 allgemein das Anpflanzen hochstämmiger Waldbäume, Weiden, Pappeln und höherer Zierpflanzen verboten. Auch Gehölze und Bäume, die nach ihrer natürlichen Entwicklung eine Größe von 6 m Höhe oder 4 m Breite erreichen können, dürfen nicht gepflanzt werden.

In der alten Gartenordnung wurden explizit einzelne Sorten aufgelistet, deren Anpflanzung (ohne Erklärung) verboten waren, wie beispielsweise der Hasel (Corylus avellana). Dieser und andere verbotene Pflanzen werden heute nicht mehr aufgeführt. Der Holunder (Sambucus nigra) wurde früher, da er hauptsächlich als Ziergehölz angesehen wurde, wegen seines starken Wuchses nicht als kleingartengerecht angesehen. Als Wildobstart ist der Holunder allerdings durchaus sehr wertvoll (siehe Artikel im Eisenbahn Landwirt Heft 2 – Februar 2011). Da sich bereits am diesjährigen Holz Blütendolden bilden, kann auch jeweils im Herbst kräftig zurückgeschnitten werden, sodass die Höhe weniger problematisch wird. Es ist unlogisch Hasel und Holunder, trotz ihres Nutzwertes, einseitig zu benachteiligen, andere Pflanzen, die wegen ihrer möglichen Wuchshöhe viel weniger kleingartengerecht sind, großzügig zu dulden. Hier drei Beispiele von Gehölzen mit ihrer jeweils durchschnittlichen Maximalhöhe, die meistens in unseren Kleingärten unbeanstandet bleiben und auch einen Pächterwechsel „überleben“:

Lebensbaum (Thuja occidentalis) bis 20 m – das Schnittgut ist schwer kompostierbar

Korkenzieher-Weide (Salix matsudana `Tortuosa`) 4-10 m – nach einigen Jahren fällt sehr viel Schnittgut an

Stechpalme (Ilex aquifolium) 10-15 m – Beeren stark giftig

Manche Pflanzen sind aus anderen Gründen für einen Kleingarten nicht empfehlenswert. Sie sind oft Wirtpflanzen von Schädlingen, sind besonders krankheitsanfällig oder haben andere unerwünschte Eigenschaften. Ihre Anpflanzung ist nicht direkt verboten aber machen dem Gärtner oder seinem Nachbarn das Leben schwer, wie der Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica) mit seinen horizontalen Rhizomen („Kriechsprosse“). Bei einigen Pflanzen wird von einer Anpflanzung abgeraten, da sie als mögliche Wirtspflanze für einen Schaderreger dienen könnten, z.B. Feuerdorn, Zierquitten, Zwergmispel, Weiß- und Rotdorn beim Feuerbrand. Allerdings sind viele Apfel-, Birnen- und Quittensorten nicht weniger anfällig für diese meldepflichtige Krankheit. D.h. manche Pflanzen sind unerwünscht, nicht weil sie Hauptwirtspflanze für einen Schaderreger sind, sondern weil sie ebenfalls betroffen sein könnten, wie die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), die wie die Süßkirsche von der Kirschfruchtfliege befallen werden kann. Sehr abzuraten ist von der Anpflanzung und Erhaltung vieler Wacholderarten, der Hauptwirtspflanze des Birnengitterrostes. Leider werden die Sporen sehr weit übertragen, sodass eine von betroffenen Wachholderarten (siehe Merkblatt des Pflanzenschutzamtes) freie Kleingartenkolonie trotzdem mit dem Auftreten dieses Rostpilzes rechnen muss. Durch den Verzicht auf diese Gehölze wird nicht nur der mögliche Befallsdruck durch den jeweiligen Schaderreger reduziert, sondern auch der Eindruck eines Zier- oder Freizeitgartens vermieden.

Fazit: Statt eines Verbotes sprechen wir eher von einer Empfehlung bestimmte Gehölze lieber nicht zu pflanzen. Generell sollten immer Sorten gewählt werden, die gegen Schaderreger resistent oder wenigstens weniger anfällig sind und die Wuchshöhe nicht problematisch werden könnte. Es sollte möglichst nicht zu dicht gepflanzt, die Höhe der einzelnen Gehölze der Größe des jeweiligen Kleingartens ständig angepasst und damit auch Rücksicht auf den Nachbarn genommen werden.

Bundesnaturschutzgesetz

Jan-13-2012 By Dobberke

 

§ 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen

(5) 2. Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen

Erlaubt ist damit:

  • der Formschnitt von Hecken (Unterhaltungsschnitt) zur Beseitigung des Pflanzenzuwachses. Dabei ist auf jeden Fall sicherzustellen, dass die Hecke als Brut- und Lebensraum für die Vogelwelt während der Schutzfrist  (in der Regel April bis Mai) erhalten bleibt. Befinden  sich in der Hecke noch belegte Nester, muß der Schnitt verschoben werden.
  • der Sommerschnitt von Obstbäumen oder der schonende Schnitt von Bäumen zur  Gesunderhaltung,
  • der  Schnitt von Gehölzen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht (auch hier: Brutvogelschutz  beachten).